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28.06.07

Platz sparen!

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Diese Schrift kann viel Platz sparen, weil sie Vokale bei der Eingabe ignoriert. In Notfällen kann man mit der Umschalttaste einen Grossbuchstaben einsetzen, der als Vokal vorhanden ist, allerdings nur in der Kapitälchenform.
Die FF Mt kann man hier kostenlos downloaden.

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Die Belegung der FF Mt.

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27.06.07

Gefälschtes Nummernschild

Nie hätte ich gedacht, dass ich einmal die gute, alte, ungelenke, langweilige DIN-Schrift vermissen würde. Seit Jahrzehnten stelle ich mir vor, wie toll das Leitsystem der deutschen Straßen aussehen würde mit einer besseren Schrift.
Als ich vor 22 Jahren mein Auto zuließ, gab es nur die klassischen alten DIN-Nummernschilder. Seit Anfang des Jahres ist mein NSU nun offiziell ein Oldtimer, weil 1977 das erste Mal zugelassen.
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Die offizielle Schrift für unsere Nummernschildern ist inzwischen die FE-Mittelschrift, wobei FE für Fälschungs-Erschwert steht. Jedes Zeichen ist so gestaltet, dass es nicht einfach aus einem anderen abgeleitet werden kann. Autodiebe, Terroristen und Verkehrssünder hatten die geometrische Konstruktion der DIN offensichtlich für sich ausgenutzt, indem sie mit schwarzem Klebeband oder weißer Farbe ein E in ein F verwandelten oder aus einer 8 eine 3 machten und dergleichen mehr.

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Karlgeorg Hoefer hat sein Arbeit gut gemacht: alle Zeichen der FE-Schrift sind so eigen, dass es keine formale Ähnlichkeit zwischen ihnen mehr gibt. Leider ist aber diese Ähnlichkeit eine Voraussetzung für das, was wir als Schrift erkennen. Ohne formale Verwandtschaft ist es eine Ansammlung an Zeichen. Zwar kann niemand mehr aus einem dieser Zeichen ein anderes ableiten, aber dafür sehen alle Zeichen so gefälscht aus, dass keine Polizist erkennen dürfte, wenn jemand ein ganz anderes einsetzen würde.

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Gut, dass die genannten Tätergruppen offensichtlich nicht über genügend typografischen Sachverstand verfügen um sich selber eigene Zeichen für die Nummernschilder zu basteln.

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25.06.07

Rotis am Ende?

Die heimliche Hoffnung jedes Schriftentwerfers ist es, seine Schriften jeden Tag und überall in Gebrauch zu sehen. Immerhin ist damit gelegentlich auch der finanzielle Erfolg verbunden, denn hin und wieder zahlen Gestalter und Agenturen doch Lizenzgebühren für Fonts.

Nun ist es mit einer Schrift wie mit einem Popsong: einmal veröffentlicht, darf jede(r) damit umgehen. Wie es ein Schlager aushalten muss, in der Badewanne (oder ihrer öffentlichen Version, dem Karaoke-Club) von jedem gesungen zu werden, so kann sich auch keine Schrift gegen irgendeine Verwendung wehren. Der Vorteil von Allerweltsschriften wie Helvetica ist es, dass sie einerseits wenige besondere Merkmale haben, die sie auffällig machen, aber andererseits so robust, dass sie einigen Missbrauch aushalten.

Anders steht es mit Schriften, die von ihrem Entwerfer mit einem gestalterischen Mehrwert ausgestattet worden sind. Dadurch sind sie auffälliger, schwieriger im Gebrauch und natürlich auch leichter zu beschädigen. Wenn zu diesen Auffälligkeiten noch ein ideologischer Überbau kommt, das Versprechen eines gewissermaßen eingebauten ästhetischen Vorsprungs also, dann ist die Fallhöhe sehr groß.


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Otl Aicher formulierte für seine Rotis nicht nur einen formalen Anspruch jenseits aller bestehenden Schriften, sondern er behauptete gleichzeitig auch höhere Lesbarkeit. Im vorauseilenden Gehorsam nehmen seitdem viele Gestalter und Architekten – von Baumann & Baumann bis Foster und weiter – Rotis für alles und hoffen, dem Gegenstand ihrer Gestaltung allein dadurch einen erhöhten intellektuellen Anspruch zu verleihen. Die meisten Schriftgestalter hingegen halten Rotis für eine Ansammlung schöner Buchstaben, die aber noch keine richtige Textschrift ausmacht.

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Wenn nun ein Laden für „gehobene“ Kücheneinrichtungen sich den Schriftzug in Rotis an die Fassade hängt, soll beim Betrachter eine Nähe zu Herstellern wie Bulthaup provoziert werden, obwohl keine der angebotenen Küchen je in einem der hervorragend gestalteten (und in Rotis gesetzten) Kataloge dieser Firma erscheinen dürfte. Der Auftritt des Schriftzuges ist ziemlich genau das Gegenteil dessen, was ein Gestalter aus der Rotis-Fraktion machen würde: dunkelrote Plastikbuchstaben mit Messingumleimer. Dazu eine kühne und inhaltlich völlig unmotivierte Unterstreichung, die sich ausgerechnet aus dem X nach links und rechts erstreckt. Das alles aus der schrecklichsten Version, der Rotis SemiSerif. Hinter dieser Anordnung und Materialität verschwindet jede Ideologie; es sieht einfach nur scheußlich aus. Endlich ist Rotis in der Normalität angekommen.

17.06.07

Friedrichstrasse 126

Als SpiekermannPartners im Oktober 2006 in ein historisches Haus in Berlin-Mitte einzogen, erlaubten uns unsere Vermieter von den Ullstein Buchverlagen, ein Foto des Hauses für die Ankündigung der neuen Adresse auf einer Postkarte zu verwenden. Monika Molin nahm das Motiv der 256 Farben, das wir schon bei UDN verwendet hatten und dekorierte damit die Fenster der dritten Etage, hinter denen unsere Räume liegen.

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Ausschnitt aus der SpiekermannPartners Umzugskarte

Vor kurzem gaben sich die Ullstein Buchverlage einen neuen Internet-Auftritt. Die Navigation zeigt das gleiche Bild wie auf unserer Postkarte. Diesmal zeigen die Fenster der dritten Etage (hinter denen unser Büro ist) per Rollover die einzelnen Verlage im Hause.
Mit dem Entwurf hatten wir nichts zu tun. Der Baum vorm Haus steht noch, er ist nur per Retusche entfernt.

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Homepage der Ullstein Buchverlage

8.06.07

Noch ein Interview auf Englisch

Eric Karjaluoto von ideasonideas bat mich um ein Interview. Wer will, kann den englischen Wortlaut dort lesen oder im englischen Teil dieses Blogs – siehe Leiste oben rechts.

Urlaubsende

Nach fast zwei Wochen ist der Geburtstagsurlaub vorbei. Das miserable Wetter hat dafür gesorgt, dass die Toskana noch im Juni grün ist. Der Hauptgrund, doch alle Jahre wieder hierher zu fahren, sind für mich die Zypressen, die typografischen Bäume. Entlang den horizontalen Linien der Landschaft setzen sie vertikale Akzente – schwarze Striche am Horizont.

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3.06.07

Besser arbeiten

Es gibt immer mal wieder Dinge, die so offensichtlich ein Problem lösen, dass man sich fragt, wie man bislang ohne diese Lösung auskommen konnte. Gabriel Kornreich, deutsch-argentinischer Designer in Barcelona, hat mit seinem Linea so etwas geschafft. Ein einfaches Stück Draht, abgewinkelt und an den Ecken mit Plastikschlauch umwickelt, hebt den Laptop hinten an. Das schafft einen besseren Winkel zum Lesen und Tippen und bringt Luft unter das Gerät, das nicht mehr so heiß wird.

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Gabriel baut Linea daheim in der Küche und verkauft es direkt über gabrielkornreich. Es kostet nur 18 Euro plus Versand.

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Wie die Kollegen Johannes, Matthias und Ali von der HfK in Bremen zeigen, sieht es auch noch gut aus.

1.06.07

Geburtstagsgrüße

Die vielen persönlichen, originellen, analogen, elektronischen Grüße, Karten, Emails, Anrufe, SMS, Briefe und Pakete kann ich leider nicht alle zeigen. Zwei sollen hier stellvertretend zeigen, wie einfallsreich meine Freunde sind.

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Markus Hanzer erinnert daran, dass Zwillinge sowieso zwei Leben haben, ich also eigentlich erst 30 bin, wenn auch zweimal.

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Und Kristin Laufer schickte mir ein Bild, das wir alle kennen: der gelbe Zettel auf dem Bildschirm. Analog meets digital!

Danke an die beiden und alle anderen, die offensichtlich ihre Daten besser im Griff haben als ich. Denn ich verpasse fast alle Geburtstage, selbst die von anderen Zwillingen. Übrigens hatte Markus am 31. Mai Geburtstag.

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