19.01.07
Real Meta Nummern
Gestern habe ich die ersten Hausnummern in freier Wildbahn gesehen: am Büro meiner Freunde Jane und Louis in Berkeley. Die Ziffern sind sehr weit spationiert, weil man hier in den Staaten gewöhnlich im Auto sitzt und weit weg von den Haustüren. Die Ziffernfolge hier ist auch der schlimmste Fall: zwei Einsen, die eigentlich wenig Platz brauchen und einen starken Abschluss mit Querstrich unten haben, neben 6 und 9, die beide sowohl nach oben als nach unten überstehen müssen um optisch richtig auszusehen.
Louis hatte keine Schlagbohrmaschine, was das Bohren in eine harte Ziegelwand schwierig machte. Deshalb sind nicht alle Bohrlöcher so exakt positioniert, wie die Schablonen es vorsehen. Deutlich hängt die 9 nach unten. Die Abfolge von 1, 6,1, 9 würde auf dem Papier individuellen Ausgleich zwischen den Ziffern erfordern. Das kann man aber typografisch unbedarften Heimwerkern nicht zumuten, und deshalb durfte ich keine Unterschneidungstabellen in die Packungen legen. Louis ist Journalist und designaffin und hätte damit umgehen können. Normalerweise allerdings ist die Bohrmaschine kein Werkzeug, mit dessen Auswirkungen auf das Kerning sich Schriftentwerfer befassen.
Übrigens sind das die Contemporary Ziffern aus grau eloxiertem Aluminium, die auf der FF Meta Bold basieren.


Trotzdem schön wie ich finde.
Posted by: mimo at 19.01.07 23:30Finde ich auch, danke. Aber es kann ja alles immer noch besser sein, oder?
Posted by: erik spiekermann at 19.01.07 23:46Zwischen »6« und »1« siehts schon arg schlimm aus. Das tut bestimmt weh. Gemessen an dem, was man sich normalerweise an Hausnummern antun muss, ists na klar wunderschön ;) Moment... Kommentare? Wow!
Posted by: Micha Heidinger at 20.01.07 2:00eigentlich sässe die 1 genau mittig zwischen 6 und 9, aber da ist wohl auch der bohrer verrutscht... Auf jeden fall hat die eins identische vor- und nachbreiten.
Posted by: erik spiekermann at 20.01.07 2:20Your site looks great!!!!!!!!!! Please, look at my ;)