Public Design
Vandalismus ist auch nur
eine Form der Kommunikation.
Zum Thema Public
Design:
Nach Watzlawik
heisst das Erste Axiom der Kommunikation: „Man kann nicht nicht
kommunizieren.“ Für die Gestaltung eines Leitsystems heisst es, dass
nicht lediglich Anweisungen angebracht werden, nach denen das Publikum von A
nach B gelangt, sondern dass mit diesen Anweisungen der Absender identifiziert
wird. Die meisten Hinweise im öffentlichen Raum sind apokryph: Absender und
Hersteller (also die Verursacher) gibt es zwar, aber sie geben sich nicht zu
erkennen. Meistens verstecken sie sich hinter ihren „amtlichen“
Verlautbarungen, die entsprechend – will heißen: gesichtlos –
aussehen. Nun ist der öffentliche Raum nie anonym, sondern gehört
immer irgendjemand, im Zweifel uns Steuerzahlern und den Nutzern der
Verkehrsbetriebe, Flughäfen, Krankenhäuser. Wenn durch nichts anderes,
dann wird die Identität dieses Raumes durch die Sekundärarchitektur
geprägt, also durch Schilder, Müllbehälter, Leuchten, Bänke.
Der Eindruck, den die Gestaltung – oder Nichtgestaltung –
hinterlässt, fällt auf den Verursacher zurück, prägt dessen
Indetität in der Öffentlichkeit. Da nützt keine Werbung, kein
Logo, keine PR-Kampagne. Public Design als Bezeichnung ist ein
Missverständnis. Es betrifft uns privat und es gibt immer einen Absender.
Was der gestalten lässt, ob vom Designer oder vom Zufall, fällt auf
ihn zurück. Demzufolge ist Vandalismus auch nur eine Form der
Kommunikation.
Wie man sich
darstellt, so wird man gesehen. Das gilt besonders für den
öffentlichen Raum.
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Posted: So - März 7, 2004 at 04:16 vorm.